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  2. ArchitekTOUR 2026: Zwei Tage Basel

Architektur zwischen Ikonen, Forschung und Stadtentwicklung

Unsere S+P Exkursion 2026 führte uns nach Basel und Weil am Rhein. Zwei Tage, zahlreiche Architekturprojekte und ganz unterschiedliche Ansätze, wie Gebäude, Arbeitswelten und ganze Stadtquartiere gestaltet werden können.

Basel gehört zu den am meisten unterschätzen Architekturstandorten Europas. Kaum eine andere Stadt vereint auf so engem Raum die Arbeiten international renommierter Architekturbüros mit einer lebendigen Baukultur und ambitionierten Stadtentwicklungsprojekten.

Für unsere diesjährige Büroexkursion machten wir uns deshalb gemeinsam auf den Weg, um Architektur unmittelbar vor Ort zu erleben. Auf dem Programm standen unter anderem der Vitra Campus, das Main Campus HQ in Allschwil, der Novartis Campus, die Merian Gärten und das Dreispitzareal.

Früh am Freitagmorgen starteten wir gemeinsam mit dem Bus in Hallwangen. Unser erstes Ziel: der Vitra Campus in Weil am Rhein. Was ursprünglich als Produktionsstandort des Möbelherstellers entstand, hat sich über Jahrzehnte zu einem außergewöhnlichen Ensemble zeitgenössischer Architektur entwickelt.

Unsere Führung begann am VitraHaus von Herzog & de Meuron. Von dort aus erkundeten wir den Campus mit seinen zahlreichen architektonischen Besonderheiten.

Ein besonderes Highlight war das Doshi Retreat, das letzte architektonische Projekt des indischen Pritzker-Preisträgers Balkrishna Doshi. Geschwungene Wege, wechselnde Raumweiten und das Zusammenspiel von Licht und Klang prägen den Rückzugsort.

Nur wenige Schritte entfernt wartet ein völlig anderer architektonischer Ansatz: das Feuerwehrhaus von Zaha Hadid. Ihr erstes vollständig realisiertes Gebäude beeindruckt mit scharfkantigen Sichtbetonflächen, geneigten Wänden und einer außergewöhnlichen Dynamik. Die Architektur wirkt, als wäre eine Explosion mitten in ihrer Bewegung erstarrt.

Nach der Mittagspause ging es weiter nach Allschwil zum Switzerland Innovation Park Basel Area. Mit dem Main Campus HQ von Herzog & de Meuron besuchten wir ein Projekt, das auf rund 50.000 Quadratmetern Büro- und Laborflächen mit öffentlichen und gemeinschaftlichen Nutzungen verbindet.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Architektur den Austausch zwischen Forschung, Wissenschaft und Unternehmen fördern kann. Flexible Arbeitsumgebungen, Begegnungsräume und die räumliche Verknüpfung unterschiedlicher Nutzungen machen das Gebäude zu einem interessanten Beispiel zeitgemäßer Forschungsarchitektur.

Rund um den Baloise Park und die benachbarten Unternehmensareale treffen unterschiedliche architektonische Handschriften aufeinander. Eigenständige Baukörper, verschiedene Fassadenkonzepte und gemeinsame Freiräume bilden ein städtebauliches Ensemble.

Besonders interessant war dabei das Zusammenspiel der Gebäude und die Frage, wie aus einzelnen Unternehmensstandorten ein zusammenhängender Stadtraum entstehen kann.

Nach einem intensiven Tag voller Architektur stand am frühen Abend eine wohlverdiente Pause auf dem Programm. Im B1 Rooftop Bistro, gestaltet von Herzog & de Meuron, genossen wir den Blick über Basel. Eine Besonderheit ist das Lichtkonzept des amerikanischen Künstlers James Turrell.

Anschließend ging es zum gemeinsamen Abendessen in die Basler Altstadt, wo wir den ersten Tag in geselliger Runde ausklingen ließen.

Der zweite Tag begann etwas regnerischer, aber mit einem weiteren Höhepunkt unserer Exkursion: dem Novartis Campus.

Grundlage des Areals ist der Masterplan von Vittorio Magnago Lampugnani, der den ehemaligen Industriestandort in einen Forschungs- und Arbeitscampus mit eigenständiger städtebaulicher Struktur überführt. Gebäude international renommierter Architekturbüros bilden gemeinsam mit Straßen, Plätzen und Grünflächen ein zusammenhängendes Ensemble.

Besonders spannend ist der langfristige Ansatz der Standortentwicklung. Der Campus ist darauf ausgelegt, auf veränderte Anforderungen in Forschung, Technologie und Arbeitsorganisation reagieren zu können – ein Gedanke, der auch unsere eigene Arbeit in der Masterplanung prägt.

Ein besonderes Highlight war der Novartis Pavillon. Der kreisförmige Bau bildet einen öffentlichen Anlaufpunkt auf dem Campus und macht wissenschaftliche Themen über Ausstellungen und Veranstaltungen zugänglich.

Seine Gebäudehülle ist als mediale Oberfläche gestaltet und kann mit Licht und digitalen Inhalten bespielt werden. Damit schafft der Pavillon einen spannenden Übergang zwischen dem Forschungsstandort und der Öffentlichkeit.

Nach dem Novartis Campus führte uns die Exkursion in die Merian Gärten. Im Restaurant Iris in der Neuen Scheune legten wir unsere Mittagspause ein.

Das Gebäude ist ein gelungenes Beispiel für das Weiterbauen im Bestand. Aus einem ehemaligen landwirtschaftlichen Ökonomiegebäude ist ein zeitgemäßer gastronomischer Ort entstanden. Historische Bausubstanz und neue Nutzung greifen ineinander, ohne den ursprünglichen Charakter des Gebäudes zu verlieren.

Die letzte Station unserer Exkursion führte uns auf das Dreispitzareal. Auf rund 50 Hektar entwickelt sich hier ein ehemals durch Logistik, Lagerflächen und Gewerbe geprägtes Gebiet schrittweise zu einem vielfältigen Stadtquartier.

Bestehende Gebäude werden umgenutzt, neue Baukörper ergänzen das Areal und unterschiedliche Nutzungen für Kultur, Bildung, Arbeiten und Wohnen kommen zusammen.

Vom Vitra Campus über hochspezialisierte Forschungsgebäude bis zur Transformation ganzer Stadtquartiere: Unsere Exkursion zeigte, wie vielfältig die Aufgaben zeitgenössischer Architektur sind.

Dabei zog sich ein Gedanke durch beide Tage: Gute Architektur muss nicht nur aktuelle Anforderungen erfüllen, sondern auch Veränderungen ermöglichen. Mal zeigt sich das in einem einzelnen Gebäude, mal in der Entwicklung eines ganzen Standorts über Jahrzehnte.

Nach unserem letzten Programmpunkt machten wir uns auf den Rückweg und ließen die beiden Tage bei einem gemeinsamen Abendessen in Freiburg ausklingen.

Neben den zahlreichen architektonischen Eindrücken war es vor allem die gemeinsame Zeit, die unsere S+P Exkursion 2026 besonders gemacht hat: Neue Perspektiven, Gespräche abseits des Projektalltags und der direkte Austausch über Architektur.

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